Politik

Vier Wochen ohne Regionalzüge: Harburger FDP kritisiert Planung der Bahnsperrung

Harburg – Die angekündigte Unterbrechung des Regionalverkehrs zwischen Hamburg-Harburg und Hamburg Hauptbahnhof sorgt für scharfe Kritik der FDP-Fraktion Harburg. Vom 26. Oktober bis zum 22. November 2026 sollen auf dem Abschnitt wegen Weichenarbeiten keine Regionalzüge fahren. Fraktionschef Dirk Kannengießer bemängelt vor allem die kurzfristige Information, fehlende Ersatzbusse und die zusätzlichen Belastungen für Pendler, die auf die S-Bahn ausweichen müssen.

„Die Menschen haben Arbeitsplätze, Familien und Verpflichtungen. Sie können nicht ständig ihren Alltag neu organisieren, nur weil die Bahn aus dem Fahrplan eine Überraschungstüte macht“, erklärt Kannengießer. Nach Darstellung der FDP blieben den Betroffenen zwischen der Bekanntgabe der Einschränkungen und dem Beginn der Arbeiten lediglich wenige Tage, um ihre Fahrten neu zu planen.

Besonders kritisch bewertet die Fraktion, dass kein Ersatzverkehr mit Bussen vorgesehen ist. Die Fahrgäste sollen stattdessen die S-Bahn nutzen, die nach Einschätzung der FDP bereits stark belastet ist. In ihrer Mitteilung verweist die Fraktion auf eine NDR-Berichterstattung, wonach die Bahn den Verzicht auf Ersatzbusse mit Straßenbaustellen begründet. Der zuständige Hamburger Landesbetrieb schätze die Baustellensituation demnach weniger dramatisch ein. Auch zu den genauen Sperrzeiten habe es laut dem von der FDP angeführten Bericht widersprüchliche Angaben gegeben.

Kannengießer verbindet seine Kritik an der Bahn mit einem Angriff auf die Verkehrspolitik der Grünen. Aus seiner Sicht passen politische Appelle zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel und die nun angekündigten Einschränkungen nicht zusammen. Die Forderung, das Auto stehen zu lassen, brauche ein verlässliches Bahnangebot, auf das sich Berufstätige und Familien im Alltag verlassen könnten.

Die FDP-Fraktion Harburg fordert deshalb frühzeitige Informationen über Sperrungen, funktionierende Ersatzverkehrskonzepte und eine bessere Abstimmung zwischen Bahn und Stadt. „Die Bürger erwarten keine Wunder, sondern funktionierende Verkehrswege und Verantwortliche, die mitdenken“, sagt Kannengießer. Für die betroffenen Pendler steht damit vor allem die Frage im Mittelpunkt, wie sie während der vierwöchigen Einschränkungen zuverlässig ihre Arbeitsplätze erreichen können.

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