Trepoll warnt vor Stillstand: Harburgs Wirtschaft stagniert und braucht dringend neue Impulse
Harburg – Elf Monate nach der Bürgerschaftswahl fehlt es dem Wirtschaftsstandort Harburg weiterhin an Dynamik. Das geht aus einer aktuellen Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll und Birgit Stöver hervor. Die vorgelegten Zahlen zeichnen ein Bild anhaltender Stagnation auf dem Arbeitsmarkt und wachsender Unsicherheit für die wirtschaftliche Entwicklung im Bezirk.
Zum Jahreswechsel waren in Harburg 9.705 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,8 Prozent und erreichte damit den zweithöchsten Wert seit 2022. Besonders auffällig ist, dass diese Entwicklung mit einer schwachen wirtschaftlichen Dynamik einhergeht. Die Zahl der Neugründungen bewegte sich zwischen Januar und November mit 292 Betrieben lediglich auf dem Niveau des Vorjahres. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen deutlich an. Zwischen Januar und Oktober wurden bereits 37 Insolvenzen registriert und damit die Gesamtwerte mehrerer Vorjahre überschritten. Ob auch das schwache Ergebnis des Vorjahres erreicht wird, ist nach Angaben des Senats erst Ende März absehbar.
André Trepoll sieht darin ein schlechtes Zeugnis für die rot-grüne Politik im Hamburger und Harburger Rathaus. Trotz schwieriger internationaler Rahmenbedingungen sei ein Teil der Stagnation hausgemacht. Er verweist dabei auf die jüngste Kritik des Ökonomen Henning Vöpel, wonach es in Hamburg an Innovationsimpulsen und klaren Strukturentscheidungen fehle. Diese Analyse lasse sich unmittelbar auf Harburg übertragen, wo es seit Jahren an einer erkennbaren Ansiedlungs- und Strukturpolitik mangele.
Harburg bleibt hinter seinen Möglichkeiten
Ein Blick auf die größten öffentlichen Arbeitgeber im Bezirk unterstreicht diese Einschätzung. An der Spitze stehen weiterhin der städtische Kita-Träger Elbkinder und das Verkehrsunternehmen HOCHBAHN. Es folgen Stadtreinigung, PFLEGEN & WOHNEN sowie die Hafenverwaltung. Öffentliche Innovationstreiber seien in dieser Aufstellung nicht zu finden. Auch bei den Beschäftigtenzahlen nach Branchen dominieren weiterhin Einzelhandel, Gesundheitswesen, Verkehr sowie Gebäudebetreuung und Erziehung.
Trepoll betont, dass jede Arbeitsstelle im Bezirk wichtig sei, sieht aber zugleich einen klaren Nachholbedarf bei produzierendem Gewerbe und innovativen Technologien. Die Technische Universität Hamburg biete ideale Voraussetzungen, als Motor einer innovationsgestützten Wirtschaftsentwicklung zu wirken. Dafür sei jedoch deutlich mehr Engagement der politisch Verantwortlichen erforderlich. Ebenso kritisch äußert er sich zum stockenden Ausbau der A26 Ost, deren vorläufiger Stopp durch Planungsfehler auch für die Harburger Wirtschaft ein schwerer Rückschlag gewesen sei. Harburg brauche jetzt eine Innovationsoffensive, um wieder Perspektiven für Beschäftigung und Wachstum zu schaffen.



Wachstum gibt es nicht mehr. Weder in Hamburg noch sonst wo auf der Welt. Es hat sich ausgewachsen, alles hat einmal ein Ende. Was wir jetzt erleben und als „Wachstum“ bezeichnen, sind Blasen, wie AI, die nur sinnfrei Energie verbraten, aber den Menschen nichts zum Überleben bieten, im Gegenteil! Groß geworden ist die Menschheit durch Kooperation. Statt sich jetzt zusammen zu tun, um die globalen Probleme global zu bewältigen, bricht sich Egoismus und Nationalismus Bahn. So gesehen leistet Trump einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, indem er den Welthandel nachhaltig stört und somit ein weiteres „Wachstum“ ausbremst. Trump ist nur das „besste“ Beispiel. Amerika First!
Ich könnte jedesmal heulend zusammenbrechen, wenn davon geredet wird, dass „die Wirtschaft“ politischer Hilfe bedarf, um sich entwickeln zu können. Muss man den Entscheidern denn wirklich beim Pinkeln die Ader halten, damit sie ihre hochbezahlte Arbeit machen können? Ich finde nicht, dass man das sollte. Schon gar nicht aber sollte man neue Technologien behindern, sobald sie bestehende Technologien und Wertschöpfungsketten gefährden könnten.
Seit Beginn der Industrialisierung ist Harburg durch Fossilindustrie und aus der Verarbeitung von aus den Kolonien geraubten Rohstoffen gewachsen. Die Kolonien gibts nicht mehr, und die Fossilindustrie kollidiert mit der Klimakrise. Das sind einfach erfassbare Fakten, die seit mindestens 40 Jahren bekannt sind. Es reagiert bloß keiner drauf, weder die konservativen Parteien, noch ihre Förderer und Wähler. Wie war das denn mit dem ersten offiziellen Windkraftwerk (GROWIAN), das man nach eigener Aussage „nur gebaut hat um zu zeigen, dass es NICHT geht“. Oder das auffällige Desinteresse von Frau Merkel, als die deutsche Solarzellenindustrie durch Dumpingpreise der Chinesen vom Markt gedrängt wurde, wo war denn da die zukunftsweisende Initiative der Christdemokraten? Und wie hat die CDU die Globalisierung gelobt!
Oder schauen wir auf die lokale Geschichte. War es denn sinnvoll, auf den letzten Drücker noch ein 2-fach überdimensioniertes Kohlekraftwerk hinzuklotzen… und mal ehrlich: ist die medizinische Versorgung im Krankenhaus (und die Situation des Personals) durch die Privatisierung besser geworden?
Das politische Versprechen der CDU ist, dass der Wähler nichts ändern muss und alles weiterläuft wie bisher. Das Konzept gerät aber erkennbar immer mehr mit der Realität in Konflikt und taugt nicht die Bohne für den Wunderbeutel. Man muss fairerweise dazu sagen, dass die CDU jetzt den Schwall vor die Füße kriegt, die Kritik aber alle bürgerlichen Parteien trifft. Wissenschaftsbasierter Pragmatismus wäre mal ein Anfang.
Die derzeitige Situation ist politisches Versagen der CDU, deren alten Mitglieder seit Jahrzenten die wirtschaftliche Entwicklung im Süderelberaum behindern.