Politik

„Steuergeld verschwendet“: Trepoll greift Senat wegen Neugraben scharf an

Neugraben – Der Streit um die Zukunft des Verwaltungsstandorts am Neugrabener Markt verschärft sich. Der Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete André Trepoll wirft dem rot-grünen Senat erhebliche Verzögerungen beim geplanten Verwaltungsumzug vor und warnt zugleich vor einer Schwächung des Bürgerservice in Süderelbe. Besonders die Überlegungen, den festen Standort des Hamburg Service in Neugraben möglicherweise durch mobile Teams zu ersetzen, stoßen bei ihm auf deutlichen Widerstand.

Ursprünglich sollte in Neugraben ein neues Verwaltungsgebäude mit rund 3.300 Quadratmetern Bruttogrundfläche entstehen. Diese Planung wurde Ende 2023 aufgegeben. Nach Angaben Trepolls waren zu diesem Zeitpunkt bereits rund eine Million Euro an Planungskosten entstanden. Anschließend sollte eine Mietlösung in einem Bestandsgebäude am Neugrabener Markt 5 umgesetzt werden.

Doch auch dieses Projekt kommt nach Darstellung des CDU-Politikers nicht voran. Aus einer Senatsantwort auf seine Anfrage geht demnach hervor, dass die Sanierung des Gebäudes bislang noch nicht begonnen hat. „Die unendliche Geschichte des Verwaltungsumzugs in Neugraben schreibt ein weiteres trauriges Kapitel“, kritisiert Trepoll. Er spricht von einer Verschwendung von Zeit und Steuergeld.

Verzögerung beim Polizeineubau blockiert weitere Planungen

Ein Grund für die Verzögerung liegt nach Angaben des Senats beim Polizeikommissariat 47. Dieses befindet sich bislang ebenfalls in dem Bestandsgebäude und soll in einen Neubau umziehen. Der Baubeginn erfolgte bereits im November 2023, im Mai 2025 wurde Richtfest gefeiert. Bezugsfertig ist das neue Gebäude jedoch noch nicht.

Solange das Polizeikommissariat nicht ausgezogen ist, kann das bisher genutzte Gebäude nach Angaben des Senats nicht entsprechend umgebaut und saniert werden. Trepoll sieht darin eine selbst geschaffene Abhängigkeit. Die Unsicherheit behindere aus seiner Sicht die Entwicklung des gesamten Areals und könne weitere Kostensteigerungen verursachen.

Der CDU-Abgeordnete fordert deshalb aktuelle und verbindliche Zeitpläne für den Umzug des Polizeikommissariats und die anschließende Sanierung. Eine weitere Anfrage an den Senat hat er dazu bereits gestellt.

Trepoll fordert dauerhaften Hamburg Service in Neugraben

Besonders brisant ist für Trepoll die Zukunft des Hamburg Service am Neugrabener Markt. Dort können Bürger unter anderem Personalausweise und Reisepässe beantragen oder ihren Wohnsitz ummelden. Nach den von Trepoll veröffentlichten Zahlen wurden allein von Januar bis Ende Juli 2026 insgesamt 17.479 Besucher am Standort gezählt.

Hinzu kommt das starke Bevölkerungswachstum in Neugraben-Fischbek. Nach den Angaben aus der Senatsantwort soll die Einwohnerzahl gegenüber 2022 bis zum Jahr 2040 um 10,8 Prozent auf 37.632 steigen. Damit wäre Neugraben-Fischbek der am stärksten wachsende Stadtteil im Bezirk Harburg. Für den gesamten Bezirk wird im gleichen Zeitraum ein durchschnittliches Wachstum von 3,3 Prozent erwartet.

Vor diesem Hintergrund lehnt Trepoll Überlegungen der Finanzbehörde ab, den festen Hamburg-Service-Standort durch mobile Angebote zu ersetzen. „Der Senat muss diesen Irrweg schleunigst verlassen und den Bürgerservice am Standort in Neugraben dauerhaft sichern“, fordert der CDU-Kreisvorsitzende.

Trepoll stellt die Diskussion in einen größeren politischen Zusammenhang und wirft Rot-Grün vor, den Bezirk Harburg wiederholt zu vernachlässigen. Dabei verweist er unter anderem auf das Hamburger Olympiakonzept und Entscheidungen zur Unterbringung von Geflüchteten im Harburger Binnenhafen.

Im Zentrum der aktuellen Auseinandersetzung steht jedoch Neugraben: Während die Bevölkerung weiter wächst, ist die Zukunft des Verwaltungsstandorts nach wie vor ungeklärt. Zugleich wird darüber diskutiert, ob ausgerechnet der stark genutzte Hamburg Service in Süderelbe dauerhaft erhalten bleibt.

Redaktion

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Ein Kommentar

  1. Und die gesamte Misere geht auf die genialen Privatisierungsideen zurück, die vor allem von dem damaligen CDU-Senat forciert wurden: Krankenhäuser privatisieren, Verwaltungsgebäude verkaufen und dann zurück mieten. Nach Ablauf der Mietverträge wollten die Vermieter dann Kasse machen und erhöhten die Mieten. Die Volksabstimmung damals war eindeutig gegen die Krankenhausprivatisierung, was Ole von Beust aber nicht gekümmert hat, denn die war rechtlich nicht bindend.

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