Radroute 10 wird grüner: Ältere Bäume sollen Fällungen am Radeland ausgleichen
Harburg – Die Radroute 10 zwischen der alten Harburger Elbbrücke und Neugraben nimmt weiter Gestalt an. Am Dienstag, den 2. Dezember 2025, beschloss die Bezirksversammlung mit breiter Mehrheit einen Antrag der GRÜNEN Fraktion zur Wiederaufnahme der Planungen für den Abschnitt Am Radeland Ost – verbunden mit einem klimafreundlichen Ausgleichskonzept. Zuvor war das Projekt gestoppt worden, weil Zweifel an der ursprünglichen Planung bestanden.
Da Alternativen zur geforderten Trassenführung laut Verwaltung nicht umsetzbar sind, soll nun ein neuer Anlauf erfolgen – allerdings mit einem deutlichen Plus für den Klimaschutz: Statt klassischer Jungbäume sollen für Ausgleichs- und Neupflanzungen bereits ältere Bäume verwendet werden. Diese binden mehr CO₂ und überstehen die ersten Jahre nach der Pflanzung besser, wie Britta Ost von der GRÜNEN Fraktion betont. Über 200 neue Bäume sollen insgesamt gesetzt werden – rund 160 müssen gefällt werden.
Grüne Infrastruktur für Harburgs Radverkehr wächst weiter
„Die Freigabe der Planung bringt uns ein großes Stück voran“, so Michael Sander, verkehrspolitischer Sprecher der GRÜNEN. Der Abschnitt Am Radeland Ost sei verkehrsberuhigt und gut umsetzbar – besonders in Verbindung mit dem jüngst fertiggestellten Teilstück. Noch offen sind der Anschluss zur Moorburger Straße im Osten sowie die Verbindung am Heykenaubrook im Westen. Beide Bereiche sind derzeit in Planung.



Das mit den älteren Bäumen ist eine gute Sache. Hätte man auch gleich planen können, aber besser spät als nie.
Wir reden hier von einer Strecke zwischen der Alten Süderelbbrücke und Neugraben, das sind Luftlinie keine 10 Kilometer. Ohne das mit Zahlen unterlegen zu können, behaupte ich mal, dass 1 Kilometer A26 Ost bedeutend teurer ist. Mit dem Unterschied, dass der Kilometer Autobahn geplant und dann auch in die Landschaft gebolzt wird, während eine Veloroute in der Prioritätenliste um Zehnrpotenzen niedriger liegt.
Die Holländer haben lange begriffen, dass jeder in die Radinfrastruktur investierte Euro an anderer Stelle 2 Euro spart. Man muss sich mal vor Augen führen, wie oft hier auf Süderelbe24 im Jahr über schwere bis tödliche Autounfälle berichtet wird. Die würden doch alle noch leben, wenn sie Rad gefahren wären. Und ein lebenslanger Radfahrer fährt auch mit 80 noch Rad- ein lebenslanger Autofahrer schiebt mit 80 einen Rollator. Wenn überhaupt. Das nur, um zu verdeutlichen, was mit den 2 gesparten Euro gemeint ist.
Ich glaube, dass die viel bejammerte Politikverdrossenheit ihre Wurzeln genau da hat: an dem Gefühl nämlich, dass die Lösung kleiner wie großer Probleme im Parteiengezänk zerrieben und verzögert wird, bis man sich zu einer halbherzigen Lösung bequemt.