DAMALS IM SÜDEN

Historische Jahrestage: Hamburgs Fotopioniere und das folgenschwere Münchener Abkommen

Hamburg – Zwei Jahrestage Ende September erinnern an sehr unterschiedliche Kapitel der Geschichte: Während die Gründung der Hamburger Foto- und Lichtdruckanstalt Knackstedt & Näther vor 137 Jahren für den Aufstieg der modernen Bildvervielfältigung steht, markiert das Münchener Abkommen von 1938 einen der folgenschwersten Schritte auf dem Weg in den Zweiten Weltkrieg.

Vor 137 Jahren: Hamburger Foto- und Lichtdruckanstalt gegründet

Am 30. September 1889 gründeten Louis Knackstedt und Hermann Gustav Näther in Hamburg die Firma Knackstedt & Näther. Das Unternehmen arbeitete als Kunstanstalt für Fotografie und Lichtdruck. Dieses Verfahren ermöglichte damals eine besonders hochwertige Vervielfältigung von Bildern und spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung fotografischer Aufnahmen.

Zum Angebot des Unternehmens gehörten Porträts, Industrieaufnahmen und Architekturansichten. Später kamen auch Postkarten hinzu. Auf diese Weise entstanden zahlreiche Bildzeugnisse, die unter anderem das Hamburger Stadtbild und andere deutsche Orte dokumentierten.

Hermann Gustav Näther schied bereits nach wenigen Jahren aus dem Unternehmen aus. Der eingeführte Firmenname wurde dennoch zunächst weitergeführt. Erhaltene Arbeiten von Knackstedt & Näther befinden sich heute in verschiedenen Museen und historischen Sammlungen.

Der Jahrestag erinnert damit an eine Phase, in der fotografische Bilder erstmals in größerem Umfang verbreitet werden konnten und zunehmend zum festen Bestandteil von Dokumentation, Erinnerung und Alltagskultur wurden.

Vor 88 Jahren: Münchener Abkommen ebnet Hitler den Weg ins Sudetenland

In der Nacht vom 29. auf den 30. September 1938 unterzeichneten Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien das Münchener Abkommen. Die Tschechoslowakei selbst war an den entscheidenden Verhandlungen nicht beteiligt.

Das Abkommen verpflichtete das Land dazu, die überwiegend deutschsprachigen Grenzgebiete an das nationalsozialistische Deutsche Reich abzutreten. Adolf Hitler erhielt damit Zugriff auf das Sudetenland und zugleich auf wichtige Verteidigungsanlagen der Tschechoslowakei.

Großbritannien und Frankreich hofften damals, mit ihrem Entgegenkommen gegenüber Hitler einen größeren europäischen Krieg verhindern zu können. Diese sogenannte Beschwichtigungspolitik erwies sich jedoch schon wenige Monate später als gescheitert.

Im März 1939 ließ Hitler weitere Teile der Tschechoslowakei besetzen. Damit zeigte sich endgültig, dass das Münchener Abkommen den Expansionskurs des NS-Regimes nicht gestoppt hatte. Wenige Monate später begann mit dem deutschen Angriff auf Polen der Zweite Weltkrieg.

Redaktion

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