Ehrenamtliche im Fokus: Hansestadt Stade ehrt Engagement beim Neujahrsempfang
Stade – Das Ehrenamt stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Hansestadt Stade, der am Sonntagvormittag im historischen Rathaus stattfand. Vor knapp 200 Gästen wurden drei Personen beziehungsweise Institutionen für ihr außergewöhnliches Engagement gewürdigt. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig ehrenamtlicher Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das kulturelle Leben der Stadt ist.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Daniela Oswald ehrte Gerda Grade für ihr jahrzehntelanges Wirken im DRK-Ortsverein Wiepenkathen-Haddorf. Sie hob hervor, dass Grades Einsatz weit über die eigentliche Rotkreuz-Arbeit hinausgehe und einen wichtigen Beitrag für das Miteinander in den Ortsteilen leiste. Grade ist seit vielen Jahren zentrale Ansprechpartnerin, organisiert Seniorennachmittage, betreut Blutspendetermine und hält auch persönlichen Kontakt zu älteren Menschen, die Unterstützung benötigen.
Das Stader Kammerorchester wurde als Institution ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der Leiter der Integrierten Gesamtschule Stade, Jörg Moser-Kollenda. Stellvertretend für die ehrenamtlichen Musikerinnen, Musiker und Organisatoren nahm die Vorsitzende Ulrike Ganzemüller die Ehrung entgegen. Moser-Kollenda bezeichnete das Orchester als musikalisches Aushängeschild der Stadt und lobte die hohe Qualität des Ensembles, das fast ausschließlich aus engagierten Laien besteht. Seit 1946 prägt das Orchester das kulturelle Leben in Stade mit einem breiten Repertoire und regelmäßigen Konzerten.
Die dritte Ehrung ging an Michael Bayer. Die Laudatio hielt Christoph Grüneberg, Quartiersmanager im Altländer Viertel. Grüneberg würdigte Bayers langjähriges soziales Engagement für kulturellen Austausch und Integration. Besonders hervorgehoben wurde die Mitgründung des integrativen Chors frischgemischt, der Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt. Bayer engagiert sich darüber hinaus in zahlreichen weiteren Projekten und Initiativen und wirkt oft bewusst im Hintergrund, um Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen.
Durch das Programm des Neujahrsempfangs führte die stellvertretende Bürgermeisterin Melanie Reinecke. In ihrer Rede blickte sie auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Erfolge des vergangenen Jahres zurück. Dazu zählten der von der Wirtschaftsförderung initiierte Industriedialog, die Woche der Industrie mit Einblicken in ortsansässige Betriebe sowie die Eröffnung zweier neuer Kindertagesstätten. Damit könne die Hansestadt Stade inzwischen jedem Kind einen Kita-Platz anbieten. Mit Blick auf das kommende Schuljahr kündigte Reinecke an, dass künftig allen Grundschülern eine Nachmittags- und Ferienbetreuung zur Verfügung stehen wird.
Vor dem Hintergrund globaler und lokaler Herausforderungen rief Reinecke zu mehr Zutrauen und Zuversicht auf. Diese bedeute nicht, Probleme zu ignorieren, sondern den Menschen in der Stadt zu vertrauen, gemeinsam Lösungen zu finden. Zum Abschluss appellierte sie an die Gäste, sich im Herbst an der Kommunalwahl zu beteiligen und damit aktiv mitzubestimmen, wer künftig Bürgermeister wird und wie der Stadtrat zusammengesetzt ist.


