Bezirk Harburg

Kuchen für Kinder in Uganda: Schüler aus Heimfeld sammeln beeindruckende 1.000 Euro

Hamburg-Heimfeld – Mit selbst gebackenen Kuchen, großem Engagement und einer gehörigen Portion Herz haben Schüler des Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG) in Heimfeld eine bemerkenswerte Spendenaktion auf die Beine gestellt. Die Klassen 6MT1, 6MT2, 7MT2 und 9T3 sammelten bei drei Kuchenverkäufen im September und Oktober zunächst 500 Euro für eine Schule im ugandischen Bigodi. Durch zusätzliche Spenden ist die Summe inzwischen auf stolze 1.000 Euro angewachsen. Das Geld soll Kindern in dem ostafrikanischen Land bessere Lernbedingungen ermöglichen.

Für die Aktion hatten die Schüler zu Hause gemeinsam mit ihren Familien Kuchen und Muffins gebacken, die anschließend in den Schulpausen verkauft wurden. Auch die Organisation, der Aufbau der Verkaufsstände und der Verkauf lagen weitgehend in den Händen der Jugendlichen. Mit großem Einsatz und viel Eigeninitiative sorgten sie dafür, dass aus einer zunächst kleinen Idee eine erfolgreiche Hilfsaktion wurde.

Eine Begegnung in Uganda wird zum Herzensprojekt

Der Anstoß für das Projekt kam von Lehrerin Alexandra Anna Kiss, die im August 2026 während einer Reise durch Uganda die Schule in Bigodi kennengelernt hatte. Bei einem sogenannten Community Walk wurde sie auf die Einrichtung aufmerksam und erhielt von Schulleiter Joseph Rutaro einen persönlichen Einblick in den Schulalltag. Besonders die neugierigen, aufgeschlossenen Kinder und die herzliche Begegnung blieben ihr in Erinnerung.

Zurück in Hamburg entstand der Wunsch, gemeinsam mit den eigenen Klassen etwas für die Schule zu bewegen. Die Schüler waren schnell begeistert und entwickelten die Idee, durch Kuchenverkäufe Geld zu sammeln. Dabei ging es nicht nur darum, möglichst viele Spenden einzunehmen. Die Jugendlichen beschäftigten sich auch intensiv mit der Frage, wie ihre Unterstützung den Kindern in Uganda konkret helfen könnte.

Ganz oben auf der Wunschliste stehen Schulbücher, die für einen guten Unterricht dringend benötigt werden. Darüber hinaus sollen Schuhe angeschafft werden. Auch zwei Fußbälle wünschen sich die Kinder in Bigodi. Die erste finanzielle Unterstützung für Schulbücher ist bereits auf dem Weg, sodass die Hilfe aus Heimfeld schon bald im Schulalltag ankommen soll.

Aus einer Fraueninitiative entstand eine Schule

Die Geschichte der Schule in Bigodi reicht bis in die 1990er-Jahre zurück. Im Jahr 1993 gründeten Frauen vor Ort die Bigodi Women’s Group, um durch den Verkauf selbst hergestellter Handarbeiten ein eigenes Einkommen zu erzielen und gleichzeitig ihre Gemeinschaft zu stärken. Mitte der 1990er-Jahre investierten sie einen Teil ihrer Einnahmen in den Aufbau einer Vorschule. Später entwickelte sich daraus auch eine Grundschule.

Für die Schüler des Friedrich-Ebert-Gymnasiums ist die Unterstützung dieser Einrichtung weit mehr als eine gewöhnliche Spendenaktion. Sie haben nicht nur gebacken, organisiert und verkauft, sondern auch Verantwortung übernommen und gemeinsam überlegt, wie das gesammelte Geld sinnvoll eingesetzt werden kann. Sogar einen eigenen Pressetext haben die Jugendlichen zu ihrem Projekt verfasst.

Lehrerin Alexandra Anna Kiss freut sich besonders über die Selbstständigkeit und Hilfsbereitschaft ihrer Klassen. Die Aktion zeigt, wie aus einer persönlichen Begegnung über Tausende Kilometer hinweg eine Verbindung entstehen kann, die ganz konkrete Hilfe ermöglicht. Und sie macht deutlich, dass manchmal schon ein Stück selbst gebackener Kuchen ausreicht, um anderswo etwas zu bewegen.

Redaktion

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