Hamburg

Verdächtige Reisetasche am Hauptbahnhof: Entschärfer rücken an

Hamburg – Eine herrenlose Reisetasche auf einem Mast der Hochspannungsleitung hat am Dienstagvormittag, 29. September, einen größeren Einsatz von Bundespolizei, Landespolizei und Feuerwehr am Hamburger Hauptbahnhof ausgelöst. Weil zunächst völlig unklar war, was sich in dem Gepäckstück befand, wurde schließlich der Entschärfungsdienst angefordert. Teile des Einsatzbereichs mussten geräumt und abgesperrt werden, zeitweise waren auch Gleise gesperrt.

Gegen 10.37 Uhr meldeten Mitarbeiter einer Sicherheitsdienstfirma der Bundespolizeiinspektion Hamburg die ungewöhnlich abgelegte Reisetasche. Nach ihren Angaben hatten sie beobachtet, wie ein Mann auf Höhe der Altmannbrücke das Gepäckstück über ein Geländer in Richtung der Gleise 11 und 12 ablegte und sich anschließend entfernte. Die Tasche befand sich auf einem Mast an den Fernbahngleisen neben dem Vorplatz der Zentralbibliothek.

Da der Inhalt von außen nicht zu erkennen war, versuchte die Bundespolizei zunächst, die Situation weiter aufzuklären. Lautsprecherdurchsagen blieben jedoch ohne Erfolg. Auch die Auswertung von Videoaufnahmen aus dem betroffenen Bereich brachte nach Angaben der Bundespolizei keine entscheidenden Erkenntnisse. Daraufhin wurde der Entschärfungsdienst der Bundespolizeidirektion 11 angefordert.

Feuerwehr erdet Oberleitung – Gleise zeitweise gesperrt

Landes- und Bundespolizisten räumten den angrenzenden Bereich und sperrten ihn ab. Auch die betroffenen Gleise mussten vorübergehend für den Bahnverkehr gesperrt werden. Damit die Spezialkräfte gefahrlos an der Reisetasche arbeiten konnten, erdete die Feuerwehr Hamburg die Oberleitung.

Die Entschärfer untersuchten das Gepäckstück anschließend eingehend. Schließlich konnte Entwarnung gegeben werden: Die Reisetasche wurde als ungefährlich eingestuft und geöffnet. Darin befanden sich nach Angaben der Bundespolizei lediglich Reisegepäck und ein Schlafsack. Die Gegenstände wurden anschließend als Fundsache an die Deutsche Bahn übergeben.

Um 13.08 Uhr beendete die Bundespolizei ihre Einsatzmaßnahmen und übergab den Einsatzort an den Notfallmanager der Bahn. Zu möglichen Auswirkungen auf den Bahnverkehr konnte die Bundespolizei keine Angaben machen.

Bundespolizei warnt vor herrenlosen Gepäckstücken

Anlässlich des Einsatzes erinnert die Bundespolizei daran, Gepäck in Zügen und Bahnhöfen niemals unbeaufsichtigt zurückzulassen. Herrenlose Taschen oder Koffer sollten weder berührt noch bewegt, sondern umgehend dem Zugpersonal oder der Polizei gemeldet werden.

Auch wer selbst ein Gepäckstück im Zug oder Bahnhof vergessen hat, sollte das Bahnunternehmen oder die Polizei möglichst schnell informieren. Dadurch könnten unnötige Sperrungen, Verspätungen und Verunsicherungen vermieden werden. Die Bundespolizei weist zudem darauf hin, dass die Kosten entsprechender Einsätze dem Verursacher unter Umständen in Rechnung gestellt werden können.

Redaktion

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