Wespen am Kaffeetisch? So bleibt der Sommer im Landkreis Stade entspannt
Landkreis Stade – Sommer, Grillabend und ein kühles Getränk im Freien – doch plötzlich summt es am Tisch. Mitten in der Wespensaison werden die schwarz-gelben Insekten für viele Menschen wieder zum ungebetenen Begleiter. Der Landkreis Stade rät zu einem ruhigen und besonnenen Umgang mit den Tieren. Unterstützung bieten rund 25 ehrenamtliche Wespenberater im Kreisgebiet.
Lästig am Esstisch werden vor allem zwei Arten: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Andere Arten wie die Sächsische Wespe oder die Mittlere Wespe interessieren sich dagegen nicht für Süßigkeiten oder Grillfleisch und gelten als deutlich friedfertiger.
Diplom-Biologin Janette Hagedoorn-Schüch vom Amt Naturschutz weist darauf hin, dass sich das Problem ohnehin mit dem Ende des Sommers erledigt. Die Wespenvölker sterben zum Herbst hin ab. Lediglich die im August schlüpfenden Jungköniginnen überwintern an frostgeschützten Orten und gründen im kommenden Frühjahr ein neues Volk. Der alte Neststandort wird dabei nicht erneut besiedelt.
Nicht jede Wespe will an den Grillteller
Auch in der Nähe eines Nestes ist nicht automatisch Gefahr im Verzug. Die Sächsische Wespe und die Mittlere Wespe verteidigen ihr Nest vor allem dann, wenn es unmittelbar an der Nesthülle zu Störungen kommt. Haustiere wie Hunde können sich deshalb in der Regel ebenfalls in der Umgebung aufhalten.
Das Nest der Mittleren Wespe lässt sich an seiner charakteristischen Form erkennen. Es erinnert an eine Erdbeere, hängt frei an einem geschützten Ort und erreicht maximal etwa die Größe eines Fußballs. Bis zu 350 Tiere können darin leben.
Wespen sind zudem wichtige Helfer für Natur, Landwirtschaft und Hobbygärten. Sie bestäuben Blüten und erbeuten zahlreiche andere Insekten. Ein großes Wespenvolk kann nach Angaben des Landkreises täglich rund 500 Gramm Insekten fangen – eine Menge, die etwa der Nahrung für den Nachwuchs von fünf Meisenpaaren entspricht. Auch regionale Berichte über die Wespenberatung heben diese wichtige Rolle der Tiere hervor.
Abstand halten statt hektisch werden
Wenn ein friedliches Zusammenleben mit einem Wespennest auf dem eigenen Grundstück schwierig wird, helfen die ehrenamtlichen Wespenberater des Landkreises weiter. Sie informieren telefonisch und bei Bedarf auch direkt vor Ort. Im Mittelpunkt steht der Schutz von Wespen und Hornissen – eine Schädlingsbekämpfung führen die Berater nicht durch.
Wespenberaterin Gabriele Mahr empfiehlt, zu Nestern zwei bis drei Meter Abstand zu halten und hektische Bewegungen zu vermeiden. Lebensmittel und Getränke sollten im Freien möglichst abgedeckt werden. Fliegengitter an Türen und Fenstern können verhindern, dass die Tiere in Wohnräume gelangen.
Besonders wichtig: Insektenvernichtungsmittel sollten keinesfalls eigenständig eingesetzt werden.
Ein Wespenstich ist für die meisten Menschen grundsätzlich nicht gefährlich. Bei einer allergischen Reaktion sollte allerdings umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Weitere Informationen sowie die aktuelle Liste der Wespenberatung stellt der Landkreis Stade auf seiner Internetseite zur Verfügung. Die Beratung dient ausdrücklich dem Artenschutz und wird seit mehr als 25 Jahren im Landkreis organisiert.
