DAMALS IM SÜDEN

17. Oktober: Erinnerungen an tödliche Fußballgewalt und das Massaker von Paris

Hamburg – Ein Jugendlicher fährt zum Fußball und kehrt nicht mehr nach Hause zurück: Am 17. Oktober 1982 starb der 16-jährige Werder-Bremen-Fan Adrian Maleika an den Folgen eines gewaltsamen Überfalls. Sein Tod vor 44 Jahren erschütterte die Fußballwelt und rückte die Gewalt unter rivalisierenden Anhängern bundesweit ins Bewusstsein. Der heutige Jahrestag erinnert zugleich an die brutale Niederschlagung einer Demonstration in Paris vor 65 Jahren.

Hamburg 1982: Adrian Maleika wird nur 16 Jahre alt

Adrian Maleika war am 16. Oktober 1982 mit anderen Bremer Anhängern zum DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV angereist. Auf dem Weg zum Volksparkstadion wurde seine Gruppe von gewaltbereiten Hamburger Fußballanhängern angegriffen. Ein geworfener Stein traf den Jugendlichen am Kopf; am folgenden Tag erlag er im Krankenhaus Altona seinen schweren Verletzungen.

Maleikas Tod gilt als erster Todesfall durch Hooligangewalt im bundesdeutschen Fußball. Obwohl später mehrere Beteiligte verurteilt wurden, konnte nicht zweifelsfrei geklärt werden, wer den tödlichen Stein geworfen hatte. Der Angriff verstärkte die Auseinandersetzung mit Gewalt im Fußball und trug zur Gründung des Hamburger Fanprojekts im Jahr 1983 bei. Seit Oktober 2022 erinnert eine Gedenktafel am Volksparkstadion an den Jugendlichen und mahnt zu einem friedlichen Miteinander.

Paris 1961: Polizeigewalt gegen algerische Demonstranten

Am 17. Oktober 1961 gingen in Paris Zehntausende algerische Einwanderer gegen eine Ausgangssperre auf die Straße, die sich gezielt gegen sie richtete. Frankreich befand sich damals im Algerienkrieg, in dem die algerische Unabhängigkeitsbewegung gegen die französische Kolonialherrschaft kämpfte. Unter der Verantwortung des Pariser Polizeipräfekten Maurice Papon gingen Polizisten mit äußerster Gewalt gegen die friedliche Demonstration vor.

Menschen wurden erschlagen, erschossen oder in die Seine geworfen. Wie viele starben, ist bis heute umstritten; einige Historiker gehen von mehr als 200 Todesopfern aus. Die französischen Behörden spielten das Ausmaß der Gewalt über Jahrzehnte herunter, während die öffentliche Aufarbeitung nur langsam vorankam. Heute erinnert der Jahrestag an die Opfer und an die Verantwortung des Staates, Menschen vor Gewalt und Diskriminierung zu schützen.

Redaktion

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