
Am 6. Oktober: Hamburg wird transparenter – und Ägypten verliert seinen Präsidenten
Hamburg/Kairo – Der 6. Oktober verbindet einen wichtigen Schritt für mehr Offenheit in Hamburg mit einem weltpolitischen Einschnitt. Vor 14 Jahren trat in der Hansestadt das Transparenzgesetz in Kraft. Vor 45 Jahren wurde Ägyptens Präsident Anwar al-Sadat während einer Militärparade in Kairo ermordet.
Vor 14 Jahren: Hamburg führt das Transparenzgesetz ein
Am 6. Oktober 2012 trat das Hamburgische Transparenzgesetz in Kraft. Es verpflichtete die Verwaltung nicht nur zur Auskunft auf Antrag, sondern schuf die Grundlage dafür, zahlreiche Dokumente und Daten von öffentlichem Interesse aktiv zugänglich zu machen. Vorausgegangen war die Initiative „Transparenz schafft Vertrauen“, für die im Frühjahr 2012 mehr als 15.000 Unterschriften gesammelt wurden. Die Hamburgische Bürgerschaft beschloss das Gesetz im Juni desselben Jahres einstimmig.
Zwei Jahre später, im Oktober 2014, nahm das zentrale Transparenzportal seinen Betrieb auf. Dort können unter anderem Gutachten, Verträge, Beschlüsse und weitere Daten der Hamburger Verwaltung recherchiert werden. Mit dem Modell übernahm Hamburg bundesweit eine Vorreiterrolle beim offenen Zugang zu Verwaltungsinformationen.
Vor 45 Jahren: Anwar al-Sadat wird in Kairo ermordet
Am 6. Oktober 1981 wurde der ägyptische Präsident Anwar al-Sadat während einer Militärparade in Kairo erschossen. Angehörige einer islamistischen Gruppe innerhalb des Militärs griffen die Ehrentribüne mit Schusswaffen und Granaten an. Sadat starb an seinen Verletzungen. Sein damaliger Vizepräsident Hosni Mubarak überlebte den Anschlag und übernahm anschließend die Führung Ägyptens.
Sadat hatte wenige Jahre zuvor gemeinsam mit Israels Ministerpräsident Menachem Begin und unter Vermittlung von US-Präsident Jimmy Carter die Vereinbarungen von Camp David geschlossen. Sie bildeten die Grundlage für den ägyptisch-israelischen Friedensvertrag von 1979 – den ersten Friedensvertrag Israels mit einem arabischen Staat. Die Annäherung brachte Sadat international Anerkennung, stieß in Teilen der arabischen Welt und bei islamistischen Gegnern in Ägypten jedoch auf heftigen Widerstand.