PK 47 in Neugraben: Neubau verzögert sich – Kosten steigen auf über 40 Millionen Euro
Neugraben – Der Neubau für das Polizeikommissariat 47 und das Jobcenter in Neugraben wird später fertig als zuletzt vorgesehen und zugleich deutlich teurer. Nach Angaben des Hamburger Senats soll der für die Polizei bestimmte Gebäudeteil nach aktuellem Stand im November 2026 fertiggestellt werden. Einen konkreten Termin für den tatsächlichen Umzug des Polizeikommissariats konnte der Senat bislang nicht nennen. Gleichzeitig sind die Bruttokosten des Gesamtprojekts auf mindestens 40,25 Millionen Euro gestiegen.
Hintergrund ist eine Anfrage des Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordneten André Trepoll. Er kritisiert die Entwicklung scharf und fordert, den neuen Standort möglichst schnell in Betrieb zu nehmen.
Das PK 47 ist derzeit in einem Mietobjekt am Neugrabener Markt untergebracht. Der Neubau nahe des Neugrabener Bahnhofs soll künftig sowohl die Polizei als auch den örtlichen Jobcenter-Standort aufnehmen. Baubeginn war im November 2023.
Fertigstellung verschiebt sich – konkreter Umzugstermin fehlt
Für den Polizeiteil des Gebäudes wird nun eine Fertigstellung im November 2026 genannt. Damit verzögert sich das Projekt gegenüber zwischenzeitlichen Planungen um mehrere Monate. Wann die Beamten tatsächlich aus den bisherigen Räumen in den Neubau wechseln können, ist damit noch nicht geklärt.
Als Gründe für die Verzögerung nennt der Senat nach Angaben Trepolls unter anderem den lang andauernden Winter bis Ende März 2026 sowie eine Sicherheitsüberprüfung eines am Bau beteiligten Gewerks.
Trepoll hält diese Begründung für nicht ausreichend. Nach seiner Auffassung müssten Wetterrisiken und notwendige Sicherheitsprüfungen bei einem Projekt dieser Größenordnung frühzeitig berücksichtigt werden. Er verweist zudem darauf, dass in früheren Planungsphasen von einer wesentlich früheren Fertigstellung ausgegangen worden sei.
Die Verzögerung hat nach seiner Darstellung auch Auswirkungen auf weitere Vorhaben in Neugraben. Solange Polizei und Jobcenter ihre bisherigen Gebäude nicht verlassen können, können dort geplante Sanierungen und anschließende Nutzungen durch andere Verwaltungseinheiten ebenfalls nicht beginnen.
Kosten steigen von gut 22 auf mehr als 40 Millionen Euro
Besonders deutlich fällt die Entwicklung bei den Baukosten aus. Im November 2022 wurden für den Neubau noch rund 22,08 Millionen Euro veranschlagt. Beim Richtfest im Mai 2025 war bereits von rund 35 Millionen Euro die Rede. Nach den aktuellen Angaben belaufen sich die Bruttokosten inzwischen auf mindestens 40,25 Millionen Euro.
Gegenüber der Schätzung aus dem Jahr 2022 entspricht das einer Steigerung von mehr als 18 Millionen Euro. Allein seit dem Richtfest sind weitere gut fünf Millionen Euro hinzugekommen.
Trepoll bezeichnet diese Entwicklung als erhebliche Belastung für den Hamburger Haushalt. Gerade angesichts notwendiger Einsparungen in anderen Bereichen müsse die Kostenentwicklung bei öffentlichen Bauprojekten kritisch hinterfragt werden.
Für den CDU-Politiker steht zugleich außer Frage, dass das PK 47 moderne und ausreichend große Räumlichkeiten benötigt. Im vergangenen Jahr rückten die Beamten des Kommissariats nach den vorliegenden Angaben zu 7.222 Einsätzen aus. Am Standort sind etwas mehr als 100 Vollzeitstellen eingesetzt.
Der Neubau soll langfristig deutlich bessere Arbeitsbedingungen schaffen und zusätzliche Kapazitäten ermöglichen. Bereits beim Richtfest im Mai 2025 war das Gebäude für bis zu 150 Mitarbeiter der Polizei sowie Beschäftigte des Jobcenters vorgesehen.
Trepoll fordert deshalb trotz seiner Kritik an Verzögerungen und Kostensteigerungen eine schnelle Fertigstellung und Inbetriebnahme. „Ich freue mich, wenn unsere Polizistinnen und Polizisten vor Ort bald moderne Räume und zusätzliche Motivation für ihre Arbeit haben“, erklärt er.
Damit bleibt beim neuen Polizeikommissariat in Neugraben vor allem eine Frage offen: Wann können die Beamten tatsächlich einziehen? Die bauliche Fertigstellung ist derzeit für November vorgesehen – ein verbindlicher Umzugstermin steht weiterhin aus.

Herr Tepoll hat natürlich recht. Grössere Projekte verlässlich planen können wir nicht mehr. Nur das es immer länger dauert und mindestens das doppelte kostet, das ist sicher. Das wird auch nicht besser, sondern schlechter. Manche Pläne werden auch immer Pläne bleiben. Das kann auch ein Gewinn für Mensch und Natur sein.