CDU kritisiert Umgang des Senats mit Freihafenelbbrücke: „Affront für die Hafenwirtschaft“

Hamburg – Seit einer Schiffskollision im Oktober 2025 ist die Freihafenelbbrücke gesperrt – mit gravierenden Folgen für die Hafenlogistik. Besonders betroffen sind die Zufahrten zum O’Swaldkai und zu zahlreichen Betrieben auf dem Kleinen Grasbrook. Wie der Senat erst am Freitagabend auf Nachfrage mitteilte, ist die Brücke nicht mehr zu reparieren und muss neu gebaut werden. Die CDU-Fraktion reagiert mit scharfer Kritik.
Der verkehrspolitische Sprecher Philipp Heißner zeigt sich empört über die aus seiner Sicht fahrlässige Verzögerungspolitik des rot-grünen Senats: „Seit Jahren ist bekannt, dass die Freihafenelbbrücke saniert oder neu errichtet werden muss. Bereits im September 2024 wurden deshalb Durchfahrtbeschränkungen für Lkw eingeführt. Dass nun ausgerechnet eine Kollision die endgültige Sperrung herbeiführt, ist das Ergebnis jahrelanger Untätigkeit.“ Besonders kritisiert Heißner die späte und ausweichende Kommunikation des Senats. Die entscheidende Information sei erst durch eine Pressenachfrage am Freitagabend publik geworden.
Auch die hafenpolitische Sprecherin Dr. Antonia Goldner sieht durch das Verhalten des Senats massive Auswirkungen auf die Hafenwirtschaft. Sie betont, dass die Sperrung nicht einmal in den offiziellen Verkehrsmeldungen der Hamburg Port Authority auftauche. „Für die Hafenwirtschaft ist dieses Vorgehen ein Affront“, so Goldner. „Der Brandbrief der Verbände bleibt unbeantwortet, auf unsere parlamentarischen Anfragen gibt es nur ausweichende Reaktionen.“
Die CDU-Fraktion kündigt deshalb einen Antrag für die kommende Bürgerschaftssitzung an. Ziel sei es, verbindliche Informationen für Wirtschaft und Beschäftigte bereitzustellen und kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Lage zu benennen. „Die fast 100-jährige Brücke muss nun abgerissen werden. Wer über Jahre notwendige Instandhaltung aufschiebt, gefährdet die Leistungsfähigkeit des Hafens“, sagt Goldner.


